Das Glioblastom (WHO-Grad IV) ist der häufigste und aggressivste bösartige primäre Hirntumor bei Erwachsenen. Er entsteht aus den Gliazellen (Stützgewebe) des Gehirns und wächst sehr schnell in das gesunde Gewebe ein. Der Tumor ist derzeit nicht heilbar, jedoch zwingend behandlungsbedürftig.
Symptome
Die Anzeichen entwickeln sich oft rasch und hängen stark davon ab, wo sich der Tumor im Gehirn befindet. Häufige Symptome sind:
- Epileptische Anfälle
- Plötzliche Lähmungen, Taubheitsgefühle oder Gangunsicherheiten
- Sprach- und Sehstörungen
- Starke, neu auftretende Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen
- Wesensveränderungen oder kognitive Einschränkungen
Diagnostik und Ursachen
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Glioblastoms sind unbekannt; es tritt in den meisten Fällen spontan auf. Die Diagnose erfolgt in der Regel über bildgebende Verfahren wie ein MRT, gefolgt von einer Gewebeentnahme (Biopsie), um den Tumor feingeweblich und molekulargenetisch genau zu bestimmen.
Behandlung
Da ein Glioblastom diffus in das umliegende Hirngewebe einwächst, lässt es sich meist nicht vollständig entfernen. Die Standardtherapie basiert auf dem sogenannten Stupp-Schema:
- Operation: Die bestmögliche operative Entfernung des Tumorgewebes zur Druckentlastung
- Strahlentherapie: Zerstörung verbleibender Tumorzellen.
- Chemotherapie: Einsatz von Medikamenten (z.B. Temozolomid), die das Krebswachstum hemmen.
Prognose und Forschung
Die Prognose ist ungünstig und die Behandlung zielt primär darauf ab, das Überleben zu verlängern und die Lebensqualität zu erhalten. Unter der Standardtherapie liegt die mediane Überlebenszeit bei etwa 12 bis 15 Monaten. Dennoch gibt es große individuelle Unterschiede.
Die medizinische Forschung arbeitet mit Hochdruck an neuen Behandlungsansätzen wie der Immuntherapie und personalisierten Impfstoffen. Patienten können oftmals durch die Teilnahme an klinischen Studien Zugang zu neuartigen Therapien erhalten. Weiterführende Informationen, Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner bietet unter anderem die Deutsche Hirntumorhilfe.
Weiterführende Informationen findest du hier: