mTor – ein medizinischer Fachbegriff, unter dem sich die meisten wahrscheinlich wenig vorstellen können. Ohne wissenschaftlich abschweifen zu wollen (oder zu können), möchten wir trotzdem einen kurzen Einblick in das Thema geben.
Die laienhafte Erklärung
Sehr bildlich und laienhaft erklärt findet ihr Infos zu mTor in diesem YouTube-Video. Darin wird mTOR als Baumeister und Chef-Manager der Zellen bezeichnet, der entscheidet, wann der Körper auf Wachstum und Aufbau schaltet und wann er lieber aufräumt und repariert. Sehr sehenswert!
Wenn der Baumeister (ich entleihe mir diesen Begriff mal) aber völlig unkontrolliert Befehle zum Wachstum raus haut, ist das gerade bei Tumorpatienten sehr schlecht, da sich dann die Tumorzellen eben auch unkontrolliert schnell vermehren. Hier kommen dann die mTor-Inhibitoren zum Einsatz: Medikamente, die den Baumeister in seiner überbordenden Aktivität einbremsen.
Die medizinische Erklärung
mTOR (mechanistic Target of Rapamycin) ist ein zentrales Enzym und Schlüsselprotein im Körper, das als Hauptschaltstelle für Zellwachstum, Stoffwechsel und die Zellteilung dient. Es fungiert als Nährstoffsensor: Sind ausreichend Nährstoffe (insb. Aminosäuren wie Leucin) und Energie vorhanden, kurbelt mTOR den Aufbau von Proteinen und Muskeln an.
Aktivierung und Hemmung
- Aktivierung: Wird durch Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung stimuliert.
- Hemmung: Bei Nahrungsmangel, Fasten oder durch das Medikamente wird mTOR gehemmt. Dadurch wird die Autophagie (die zelleigene Müllabfuhr) gestartet.
Medizinische Bedeutung
In der Medizin spielen sogenannte mTOR-Inhibitoren (wie Sirolimus oder Temsirolimus) eine wichtige Rolle. Sie werden eingesetzt:
- Als Immunsuppressiva: Zur Vorbeugung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen.
- In der Tumortherapie: Da eine unkontrollierte mTOR-Aktivität das Krebswachstum fördert, hemmen diese Medikamente die Ausbreitung bestimmter Tumore (siehe Doc Check Flexikon)
Einen tieferen Einblick in die wissenschaftlichen Zusammenhänge bietet der Beitrag der Max-Planck-Gesellschaft. Detaillierte medizinische Anwendungsgebiete finden Sie auf der Gelben Liste.